Ratgeber · 7 Min. Lesezeit

Anzüge und Hemden knitterfrei umziehen: hängen, falten oder Kleiderbox?

Illustration: Ein Mann hängt ein Sakko und Hemden auf Bügeln in eine hohe Kleiderbox mit Stange, daneben stehen Umzugskartons.
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Kurz gesagt: Anzüge, Sakkos und gebügelte Hemden bleiben am besten auf dem Bügel – in einer Kleiderbox, die etwa 30 Bügel fasst. Wer sie nur für diesen einen Umzug braucht, mietet sie, wer sie danach weiter nutzen will, kauft. Ohne Box faltest du Sakko und Hemd nach einer festen Technik und packst sie flach und ganz oben in den Karton. Hier siehst du die drei Methoden im Vergleich und was in welche Variante gehört.

Ein Anzug kostet Geld, und ein verknitterter Anzug am ersten Arbeitstag nach dem Umzug ist ärgerlich. Dieser Artikel geht deshalb einen Schritt weiter als die Grundlagen im Ratgeber Kleiderbox mit Stange: wofür, wie viele, was hineingehört: Wir vergleichen die drei Wege, Business-Kleidung durch einen Umzug zu bringen, erklären die Falttechnik für alle Fälle, in denen keine Box zur Hand ist, und zeigen, wie du bei Sakko, Hemd, Krawatte und Schuhen vorgehst.

Die drei Methoden im Vergleich

Methode Knittergefahr Platzbedarf Aufwand Geeignet für
Hängend in der Kleiderbox sehr gering 1 Box je etwa 30 Bügel niedrig: Bügel umhängen Anzüge, Kostüme, Blusen, Hemden, Mäntel
Hängend im eigenen Auto sehr gering nur wenige Teile niedrig, aber nur bei kurzen Wegen 1 bis 3 besonders wichtige Teile
Gefaltet im Karton mittel, mit Technik gering wenig höher: Falten, Einlagen Hemden, Hosen, Strickjacken, Reserveteile

Die Kleiderbox ist der klassische Weg und für fast jeden Haushalt mit Business-Kleidung der beste. Sie hat 500 × 600 × 1.350 mm Außenmaß, eine Stange oben und nimmt etwa 30 Bügel auf. Der entscheidende Vorteil: Du hängst die Kleidung aus dem Schrank direkt um und hängst sie im neuen Schrank wieder auf. Dazwischen wird nichts angefasst, gefaltet oder gebügelt.

Methode 1: Hängend in der Kleiderbox

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Box aufbauen. Box aufstellen, Boden fest andrücken, Stange einsetzen. Der Boden trägt später das Gewicht der Kleidung, deshalb vorher einmal prüfen, ob er sauber einrastet.
  2. Bügel prüfen. Breite Holz- oder Kunststoffbügel schonen Schultern und Sakkos. Dünne Drahtbügel aus der Reinigung drücken sich in schwere Sakkos und verbiegen sich im Transport. Wenn du sie ersetzt, lohnt das schon vor dem Umzug.
  3. Nach Art sortieren. Sakkos zu Sakkos, Hemden zu Hemden, Hosen zu Hosen. So hängt Schweres neben Schwerem, und nichts presst sich in dünne Stoffe.
  4. Locker hängen. Lass zwischen den Bügeln etwa eine Handbreit Luft. Wer Kleidung in die Box presst, hat das Knittern nur verlegt.
  5. Knöpfe schließen. Hemden oben zuknöpfen, Sakkos mit dem mittleren Knopf schließen. Das hält die Form, und nichts rutscht vom Bügel.
  6. Unten Platz sparen. Unter der hängenden Kleidung liegt Platz. Hier kommen Gürtel, leichte Taschen oder eine Decke hin. Keine schweren Dinge und keine Schuhe, die abfärben könnten.
  7. Stehend transportieren. Die Box fährt aufrecht, nie liegend. Im Transporter steht sie an der Seitenwand, wo sie nicht kippen kann.

Beim Auspacken ist es umgekehrt: Box im Schlafzimmer oder vor dem Kleiderschrank abstellen, Bügel in den Schrank hängen, fertig. Wenn der neue Schrank noch nicht steht, bleibt die Kleidung einfach in der Box hängen, bis er aufgebaut ist.

Methode 2: Im eigenen Auto

Für den einen Anzug, den du in den ersten Tagen nach dem Umzug brauchst, ist das eigene Auto die beste Lösung. Häng den Anzug in einer Kleiderhülle am Haltegriff über der hinteren Tür auf, oder leg ihn flach auf die Rückbank. Das ist ideal für ein Vorstellungsgespräch, eine Hochzeit oder den ersten Arbeitstag. Für alles Weitere ist der Platz im Auto zu knapp. Bring außerdem Dokumente, Schmuck und Wertsachen im Auto mit; sie fahren grundsätzlich nicht im Transporter mit.

Methode 3: Falten und im Karton

Nicht jedes Teil gehört in die Kleiderbox. Reservehemden, ältere Anzüge, Strickjacken und Hosen können gefaltet werden, wenn du es richtig machst. Der Trick: wenige Falten an den richtigen Stellen und keine Last darauf.

Sakko falten, ohne es zu zerstören

  1. Sakko mit der Außenseite nach unten auf eine glatte Fläche legen.
  2. Eine Schulter nach innen stülpen, sodass die Innenseite nach außen zeigt.
  3. Die zweite Schulter über die erste legen. Die Schulterpolster liegen jetzt deckungsgleich aufeinander.
  4. Den Sakko einmal in der Mitte quer falten und flach in den Karton legen.

Die Schultern behalten ihre Form, weil sie nicht gebogen werden. Die Außenseite bleibt innen geschützt. Dieselbe Methode funktioniert für Blazer und Westen.

Anzughose

Hosenbeine übereinanderlegen, am Bügelfalte ausgerichtet, dann einmal in der Mitte falten. Am besten über einen Bügel mit Klammern gehängt – das spart Falten ganz. Wer die Hose faltet, legt ein Stück Pappe oder ein dünnes Handtuch in die Falte, damit sie nicht scharf knickt.

Hemden

Ein gebügeltes Hemd wird zugeknöpft, mit dem Rücken nach oben hingelegt, die Ärmel werden nach hinten gelegt und das Hemd einmal in drei Teile gefaltet. Mit einem Stück Pappe im Rücken bleibt die Form besser. Leg mehrere Hemden mit abwechselnder Kragenrichtung übereinander, sodass die Kragen nicht aufeinanderliegen und sich nicht eindrücken.

Kleider, Röcke, Blusen

Dünne Stoffe falten sich locker und knittern wenig, wenn du sie nicht quetschst. Schlag sie in ein sauberes Handtuch oder Seidenpapier ein, bevor sie in den Karton kommen. Besondere Stücke wie ein Hochzeitskleid oder eine Uniform gehören auf den Bügel.

Regeln fürs Karton-Packen von Textilien

  • Nicht überfüllen. Kleidung in einem randvollen Karton wird zusammengepresst. Lass oben etwas Luft, damit der Deckel nicht auf der Kleidung drückt.
  • Empfindliches obenauf. Kleidung, die nicht knittern soll, kommt oben in den Karton. Schwere Pullover und Jeans liegen darunter.
  • Nicht stapeln. Kartons mit Hemden dürfen nicht ganz unten im Stapel stehen. Schwere Bücher- oder Geschirrkartons gehören dort hin.
  • Trocken halten. Kleidung im Karton sollte trocken sein und trocken lagern. Das gilt auch für die Kartons selbst.
  • Beschriften. Schreib „Hemden, nicht stürzen“ oder „oben: Anzüge“ an die Seite, damit niemand den Karton unten im Stapel verstaut.

Weitere Grundregeln fürs Packen, etwa Gewicht und Beschriftung, stehen im Ratgeber Umzugskartons richtig packen. Kleidung ist übrigens kein schweres Gut: Ein randvoller Karton mit Pullovern und Handtüchern bleibt tragbar. Damit lässt sich das Gewicht in einer Mischung ausgleichen, zum Beispiel wenn du Bücher oben mit Kleidung auffüllst, wie es der Artikel Bücher im Umzugskarton beschreibt.

Und die Krawatten, Gürtel und Schuhe?

  • Krawatten rollst du locker auf und legst sie in eine kleine Schachtel oder einen Karton mit Hemden. Aufgehängt über dem Bügel am Kragen knittern sie nicht.
  • Gürtel kommen aufgerollt in die Box unten oder an die Bügel der Hosen.
  • Schuhe packst du paarweise in einen eigenen Karton, Sohle an Sohle, damit nichts abfärbt. Nicht auf den Boden der Kleiderbox: Dort verschmutzen sie die Säume der Kleidung.
  • Manschettenknöpfe und Schmuck fahren im Handgepäck oder im eigenen Auto mit.

Wie viele Kleiderboxen brauchst du?

Die einfachste Rechnung lautet: Ein Meter volle Kleiderstange ergibt eine Box. Miss dazu die Kleiderstange in deinem Schrank ab und zähle, wie viele Meter Kleidung auf Bügeln hängen. Für Menschen mit Business-Kleidung gilt meist:

Haushalt Hängende Kleidung Kleiderboxen (Richtwert)
1 Person, Büro mit Dresscode 1,5–2 m 2
Paar, beide im Büro 3–4 m 3–4
Familie mit zwei Kindern 4–6 m 4–5

Richtwerte für die Planung. Dicke Wintermäntel nehmen mehr Platz ein, dünne Hemden weniger.

Mieten oder kaufen: Was lohnt sich für die Kleiderbox?

Eine Kleiderbox brauchst du beim Umzug und danach oft nie wieder. Deshalb ist sie ein klassischer Mietartikel: Du zahlst 8,00 € je Stück als Pauschale für die ganze Mietzeit, ohne Kaution, und wir holen die Box am Wunschtag wieder ab. Gekauft kostet sie 17,00 €.

Zwei Dinge solltest du vorher wissen. Erstens gilt für die Miete eine Mindestmenge: 5 Kleiderboxen je Auftrag. Wer nur eine oder zwei Boxen braucht, bestellt sie über den Kauf, wo es keine Stückvorgabe gibt und nur der Mindestwert des Auftrags zählt. Zweitens gilt bei der Miete: Kaputte oder fehlende Boxen berechnen wir zum Kaufpreis. Ein Karton mit Griffen und Boden hält viel aus, aber eine Kleiderbox, die beim Auspacken eingedrückt wird, ist schnell hin. Wenn du sie ohnehin länger nutzen möchtest, etwa als Kleiderstange im Keller oder für Saisonkleidung, lohnt der Kauf. Die Rechnung dazu liefert der Artikel zum Kleiderbox-Kauf; die Grundlagen zum Vergleich Mieten gegen Kaufen stehen im Ratgeber Umzugskartons mieten oder kaufen?

Brauchst du die Box und gleich die Kartons dazu? Umzugskartons und Kleiderboxen mieten: Lieferung kostenlos in 1 bis 2 Werktagen im Umkreis von 50 km um Mannheim und Heidelberg, der Fahrer ruft vorher an, die Abholung erfolgt an deinem Wunschtag.

Häufige Fragen

Wie transportiere ich einen Anzug beim Umzug ohne Knitter?

Am sichersten hängend: auf einem breiten Bügel in einer Kleiderbox oder im Auto an einem Haltegriff. Ist das nicht möglich, faltest du das Sakko mit der Innenseite nach außen und legst es flach, ohne Druck, zuoberst in einen Karton.

Wie viele Hemden passen in eine Kleiderbox?

Die Kleiderbox fasst etwa 30 Bügel. Hemden sind dünn, deshalb passen sie dicht; rechne trotzdem mit weniger, wenn Sakkos und Mäntel dazukommen, denn die brauchen mehr Platz.

Kann ich einzelne Kleiderboxen mieten?

Die Miete hat eine Mindestmenge von 5 Stück. Wer nur ein oder zwei Boxen braucht, kauft sie – beim Kauf gibt es keine Stückvorgabe, nur einen Mindestwert für den ganzen Auftrag.

Knittern Hemden im Karton mehr als im Schrank?

Gefaltet knittern Hemden immer, im Karton nur dann stärker, wenn der Karton zu voll ist oder Gewicht darauf lastet. Mit Pappe oder einem Handtuch als Einlage und lockerem Packen bleibt es überschaubar.

UmzugsKarton auf einen Blick

Umzug steht an? Die Kartons sind in 1–2 Werktagen da.